Faszinierend, überwältigend, krass: 4 verblüffende Erkenntnisse über Musik zum Weltgesundheitstag!

Musik verbindet. Musik ist ein Statement. Musik reguliert Gefühle. Musik wird schon vom Fötus gehört. Musik kann manipulieren. Und Musik hat ganz viel mit Gesundheit zu tun. – Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Musik und Gesundheit“ liefert immer wieder Erkenntnisse, die spannender sind als jeder Krimi. Anlässlich des Weltgesundheitstages, der – von der WHO ausgerufen – jährlich am 7. April begangen wird, haben wir ein bisschen recherchiert, viel gelesen und Verblüffendes zusammengetragen. Hier unsere Top 4:

1. Musik und Suchtverhalten

Musik ist so verwurzelt in und verbandelt mit uns und unserem Gehirn, dass der falsche Song dazu führen kann, bei einem Suchtkranken einen Rückfall auszulösen. Der „falsche“ Song wäre in diesem Falle einer, der für den Erkrankten mit früherem Alkohol-/Drogenkonsum konnektiert ist. Alleine schon diese Assoziation kann verheerende Folgen haben. Ähnliches gilt tatsächlich auch im Zusammenhang mit dem Thema Epilepsie.

2. Das Tanzbein schwingen: immer eine gute Idee!

Und die Musik spielt natürlich dazu … Beim Tanzen ist einerseits die reine Bewegung an sich gut für unseren Körper und unser Gehirn. Andererseits spielen emotionale Gesichtspunkte beim Tanzen eine wichtige Rolle für unser seelisches Wohlbefinden. Tanzt man mit anderen, sorgen soziale Interaktionen wie das gegenseitige Zulächeln oder gezielte Berührungen für Glücksempfindungen. Kein Wunder also, dass Tanztherapien auch immer häufiger in der Medizin Anwendung finden. Wissenschaftler der Aix-Marseille Université haben übrigens herausgefunden, dass Rhythmen, die in Teilen vorhersehbar, aber dennoch mit bestimmten Überraschungen gespickt sind (zum Beispiel mit außergewöhnlichen Betonungen), uns am meisten zum Tanzen anregen.

3. Musik als Mentor und Beistand für Menschen mit Demenz

Individuell gestaltete, auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Musiktherapien können helfen, Unruhe- und Angstzustände sowie aggressives Verhalten bei an Demenz Erkrankten abzubauen. Gleichzeitig werden Konzentration, aktive Teilhabe, Gemütslage und weitere Aspekte bzw. Befindlichkeitszustände positiv stimuliert. Musik vermittelt Sicherheit, gute Gefühle, Ruhe, Geborgenheit und spricht Gehirnregionen an, die für das Erinnerungsvermögen eine Rolle spielen. Als besonders förderlich für den therapeutischen Einsatz haben sich Musikstücke und Songs erwiesen, die die demente Person im Alter von 10 bis 30 Jahren gehört hat. Wer selbst aktiv musiziert, schult übrigens vermutlich seine kognitive Gesundheit. Wissenschaftler der Universität Exeter schlossen aus einer Studie, dass sich insbesondere das Spielen von Klavier, Keyboard oder Blasinstrumenten positiv auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auszuwirken scheinen.

4. Hilfe bei Kommunikationsstörungen nach Schlaganfall oder Gehirnschaden

Aus der Hirnaktivität einer Person lässt sich – nach der Aufzeichnung mit Elektroden im Gehirn und unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz – rekonstruieren, welchen Song diese Person zuvor gehört hat. Das haben Forscher der University of California in Berkeley herausgefunden. Erkannt wurden Melodie, Rhythmus und Worte des Songs „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd. Zehn Jahre zuvor war es in einer verwandten Studie lediglich möglich gewesen, aus der Gehirnaktivität das Genre eines Musikstücks abzuleiten. Besonders spannend: Bislang eingesetzte Sprachcomputer für Menschen, die zum Beispiel nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen können, waren noch nicht in der Lage, die sogenannte Sprachmelodie mit zu berücksichtigen, die ganz wesentlich für den Ausdruck bestimmter Emotionen und weiterer Aspekte ist. Genau das könnte sich in Zukunft durch die neu gewonnenen Erkenntnisse aber ändern.

Quellen:
geo.de/wissen/gesundheit/geistige-fitness–wer-musiziert–bleibt-laenger-gesund-34429318.html
mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/alzheimer-demenz-wie-musiktherapie-hilft-100.html
mdr.de/wissen/medizin-gesundheit/pink-floyd-another-brick-in-the-wall-hirnforschung-musik-rekonstruktion-aus-gedanken-102.html
quarks.de/gesellschaft/musik-gehirn-wirkung-funktion-leben-beeinflusst/
spektrum.de/news/welche-musik-macht-lust-zum-tanzen/2210470
spektrum.de/podcast/warum-tanzen-gut-fuer-gehirn-und-gesundheit-ist/2214370
weltgesundheitstag.de
wissenschaft.de/gesundheit-medizin/rockmusik-aus-gehirnaktivitaet-rekonstruiert/

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Von Jutta Kuehl

Jutta Kühl, PR und Texterin bei Musikhaus Kirstein GmbH.